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Veröffentlicht am 27.06.2017

Wer sie sucht, findet sie meist: Zauneidechse ist häufiger Bewohner von Bauflächen

Eine freie Fläche, etwas verwildert und brachliegend, aber der ideale Standort für eine neue Wohnsiedlung oder ein Gewerbe – so geht es vielen Käufern und Investoren, die Flächen bebauen wollen. In den meisten Fällen ist diese aber gar nicht so frei wie gedacht, denn eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten kann hier heimisch geworden sein. Oft angetroffener Bewohner ist die Zauneidechse, mit der unsere Kollegen vom Fachbereich Umwelt regelmäßig und auch aktuell zu tun haben.

Im Zuge eines Bebauungsplans im Leipziger Norden werden Vorhaben durchgeführt, die Verbotstatbestände im Sinne des § 44 BNatSchG auslösen. Um Baufreiheit zu schaffen, werden u. a. Gehölzaufwuchs und Brachflächen beräumt. Davon sind vielfältige Strukturen betroffen, wie z. B. Gehölzbestände, Schuttablagerungen und das ehemalige Gleisbett. Und die wiederum sind Lieblingsplätze der Zauneidechse, die ihr sowohl als Sommer- wie auch als Winterlebensraum dienen. Aufgrund der zeitweiligen Inaktivität des kleinen Tieres im Winter oder bei großer Hitze und ihrer starken Ortstreue besteht also die Gefahr, dass Individuen gestört oder gar getötet werden könnten.

Damit das nicht passiert, sind seecons Umweltingenieure mit der Umsiedlung der Zauneidechse beauftragt. Die Planung dafür erfolgte im Mai, seit Juni und noch bis Ende 2018 wird die Maßnahme umgesetzt, d. h. die Tiere werden auf der Baufläche abgefangen und auf einer speziell hergerichteten neuen Fläche wieder ausgesetzt. Schotter- und Sandbereichen zum Sonnen und zur Eiablage sowie viele Totholzstapel und Grasbereiche als Verstecke – alles im neuen Lebensraum vorhanden, dafür wird gesorgt. Damit auch ausreichend Insekten, der Nahrungsquelle Nummer Eins für die Zauneidechse, ausreichend vorhanden sind, erfolgt z. B. die Anpflanzung von Wildobstarten, deren Blüte und das Fallobst Insekten anlocken.

Im Anschluss an die Umsetzung bzw. nach Abschluss der Bauarbeiten findet ein Monitoring statt, das als Erfolgskontrolle der artenschutzrechtlichen Maßnahme dient und zeigen wird, dass für die Sicherung des Erhaltungszustandes der Zauneidechsen gesorgt wurde.

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