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Veröffentlicht am 20.10.2017

Ganz neue Ein- und Ausblicke

Die seecon Ingenieure sind auf dem Gebiet der energetischen Bewertung von Quartieren und der Entwicklung von Maßnahmen zu deren energetischer Sanierung inzwischen echte Experten geworden. Mit verschiedenen Partnern aber auch allein haben wir inzwischen über 50 derartige Konzepte erarbeitet.

Unser Anspruch „Gemeinsam – Zukunft – Planen“ verbietet uns aber, uns auf dem Erreichten auszuruhen. Ständig sind wir auf der Suche nach Möglichkeiten, unsere Arbeit und uns selbst zu verbessern und damit unseren Kunden noch bessere, umsetzungsstärkere und wirksamere Maßnahmen entwickeln zu können, um Quartiere in Stadt und Land zukunftssicher zu machen.

Auf einem Kongress haben wir Norman Hallermann von der Bauhaus-Universität Weimar kennengelernt. Er arbeitet an der Professur für Modellierung und Simulation – Konstruktion und beschäftigt sich mit Möglichkeiten, ganze Quartiere einfach und schnell in virtuelle Erlebnisräume umzuwandeln, in denen Planer und Akteure sich bewegen, simulierte Änderungen vornehmen und deren Auswirkungen untersuchen können – ohne dass Tausende von Euros mit ungewissem Erfolg investiert werden müssen.

Welchen Einfluss haben die Oberflächeneigenschaften der baulichen Hüllen? Was bringt es, bestimmte Fenster gegen bessere auszutauschen? Wie sah das Gebäude noch mal von hinten aus? Üblicherweise werden solche Fragen entweder mit Mutmaßungen beantwortet, oder es muss nochmal jemand nachsehen. Bei Planungsgebieten, die weiter entfernt liegen, kann das durchaus teuer sein.

Norman Hallermann und seine Kollegen haben sich für einen anderen Weg entschieden: Sie lassen einen mit hochauflösender Kamera bestückten Copter einige Male durch die Straßen des Quartiers fliegen. Dabei erzeugen sie massenhaft visuelle Daten, die zu einem Modell zusammengeführt werden. Dieses Modell kann gebäudeweise noch um Informationen über den inneren Aufbau ergänzt werden, so dass eine freie Bewegung durch das virtuelle Quartier möglich wird.

Besonderes Augenmerk legen die Kollegen von der Bauhaus-Universität Weimar auf die Möglichkeit, sinnvoll zu zoomen. Das bedeutet, dass bei einem Überblick nur gerade so viele Daten visualisiert werden, dass ein geschlossener Eindruck möglich ist, beim virtuellen Näherkommen werden dann immer mehr zusätzliche Daten für den betrachteten Ausschnitt – und nur für diesen! – nachgeladen. Das erlaubt flüssige Bewegungen durch das Modell.

Aber die Virtualisierung kann noch mehr: Es ist möglich, mit mehreren (bis zu vier) Personen gleichzeitig im Modell unterwegs zu sein. Alle Personen haben individuelle Perspektiven auf das Modell, je nachdem, wo sie sich befinden. Die zugrundeliegende Technik bedient sich sogenannter Shutter-Brillen, die ermöglichen, dass die Personen einander und den umgebenden Raum aber gleichzeitig das Modell sehen.

Bei einer anderen Technologie wird mit VR-Brillen (z. B. HTC Vive) eine virtuelle Landschaft erkundet, in der Modelle eingebettet sind. Hier geht man im wörtlichen Sinn durch das Modell – Stolpergefahr inklusive.

Nach unserem sehr interessanten Besuch waren wir uns einig: Das hat eindeutig mit Zukunft zu tun! Wie wir unsere Erkenntnisse in unsere Arbeit integrieren können, versuchen wir in der nächsten Zeit herauszufinden. Klar ist, dass wir wieder einen Impuls nach vorn erhalten haben.

Vielen Dank an Norman Hallermann und den Kollegen von der Uni Weimar!

(Bildquelle: pixabay/Kaffee)