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Veröffentlicht am 17.05.2019

Gut geschult zur Gewässerzustandsbewertung und -verbesserung

Chemische Belastung, fehlende Habitate oder schlicht keine durchgeführten Verbesserungsmaßnahmen – den Zustand von Gewässern zu bewerten und zu verbessern ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die von vielen Faktoren abhängig ist. Um dabei den Überblick zu behalten und unser Ingenieurbüro bestens mit Fragestellungen zur Wasserrahmenrichtlinie vertraut zu machen, nahm Anfang dieses Jahres eine Projektingenieurin der Fachbereichs Natur & Landschaft an den Erfurter Gesprächen zur Wasserrahmenrichtlinie teil, die von der DWA im dortigen Augustinerkloster ausgerichtet wurde.

Gewässergüte ist ein komplexes Thema, da multiple Stressoren die verschiedenen Gewässer unterschiedlich belasten können. Dazu kommt, dass diese Belastungen zum Großteil unsichtbar sind. Dieser Umstand kann die Akzeptanz einer Maßnahme, welche die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie verfolgt, erschweren. Im Fokus der Gespräche standen die Gründe für die Zielverfehlung Deutschlands der zentralen Punkte der Wasserrahmenrichtlinie und Ansätze, um den jetzigen Zustand der Gewässer zu verbessern.

Nicht immer war die Durchführung von hydromorphologischen Maßnahmen oder die Herstellung der Gewässerdurchgängigkeit überhaupt möglich, da Bauwerke vorhanden sind oder im Siedlungsbereich keine variable Aue mehr hergestellt werden kann. Obwohl hydromorphologische Maßnahmen durchgeführt wurden, fehlen oft weiterhin Habitate, was durch Fehlen der Tierarten im Rahmen von Monitorings nachgewiesen wurde. Ein Grund dafür kann der chemische Zustand vieler Gewässer sein, der in weiten Teilen schlecht ist, da durch die Landwirtschaft eine hohe Nährstoffbelastung herrscht. Hierbei müssen bereichsübergreifende Lösungen gefunden werden.

Als Lösungsansätze wurden Monitoringkonzepte und neue Indikatoren und Stellschrauben angebracht, mit denen man die Gewässer spezifischer bewerten, Zwischenerfolge aufzeigen und den Gewässerzustand verbessern kann. Das Bewertungssystem der WRRL ist zwar robust, aber auch in manchen Bereichen nicht trennscharf genug. Es müssen neben den hydromorphologischen Maßnahmen auch verstärkt stoffliche Belastungen angegangen werden.

Für die Planungspraxis werden in Zukunft verstärkt wasserrechtliche Fachbeiträge zu erbringen sein, die auf die Kriterien der WRRL eingehen. Jedoch bleibt hier die Schwierigkeit bestehen, den Gewässerzustand und eine potenzielle Veränderung durch ein zeitlich und örtlich begrenztes Vorhaben auf den gesamten Gewässerlauf zu extrapolieren.

Durch die aktive Teilnahme an der hier beschriebenen und auch an zahlreichen anderen fachspezifischen Weiterbildungen halten sich die seecon Ingenieure, um Ihre Projekte zum Erfolg zu führen.