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Veröffentlicht am 21.08.2019

seecon zu Besuch des Hoftags von Regiosaatgut-Produzenten

Anfang Juli fand in Kupsal im Betrieb Karl Koch eine Öffentlichkeitsveranstaltung zum Thema Regiosaatgut-Produktion statt. Initiiert wurde die Veranstaltung vom Regiosaatgut Produzenten und Lieferanten „Rieger-Hofmann GmbH“, sie soll Einblick geben in die Herstellung von regionalem Saatgut und der Vernetzung von Produzenten, Anwendern und Planern dienen. seecon brachte sich mit einem Vortrag zur fachgerechten Anwendung von regionalem Saatgut aktiv ins Programm ein.

Und das mit fundiertem Wissen, welches unser Fachbereich Umwelt in seinen Projekten immer wieder anwendet. So ist ab März 2020 die Ausbringung gebietsfremder Arten in der freien Landschaft genehmigungspflichtig. Handelsübliche Grasmischungen auszubringen ist dann nicht mehr erlaubt bzw. nur nach Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörden. Im Umkehrschluss sind nur noch Samen aus Regiosaatgut-Produktion erlaubt, oder andere naturnahe Begrünungsmethoden wie bspw. Mahdgutübertragung, Heudrusch-Ausbringung oder der Versatz von Soden.

Auch die Leipziger Volkszeitung berichtete über die Veranstaltung.

 

 

seecons Exkurs rund um das Thema Saatgut

Im Gegensatz zu Regelsaatgutmischung gibt es mehrere Tausend Arten von Wildpflanzen, die alle separate Ansprüche an den Standort, also das Klima und Mikroklima (bspw. die Hangneigung), den Boden (Nährstoffe, Wasserversorgung) und die anschließende Nutzung (bspw. Mahdintervall) haben. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist die Keimruhe mancher Arten. Wildpflanzen warten erst mehrere Tage idealer Bedingungen ab, ehe sie keimen, um nicht nach einem kurzen Schauer in einer Sommerdürre zu keimen, und zu vertrocknen. Die Keimruhe bewirkt, dass trotz idealer Keimbedingungen je nach Art bis zu 50 Tagen vergehen können, um diese Keimruhe abzubauen. Auch das Keimen selbst benötigt je nach Art ideale Keimbedingungen (Lichtkeimer, Dunkelkeimer, Kältekeimer…). So brauchen manche Arten (bspw. Nelken (Dianthus)) erst längere Zeit Frosteinwirkung ehe sie austreiben. Bei einer Ausbringung dieser Arten im Frühjahr würden die Samen über ein Jahr im Boden verweilen, bis die Keimruhe durch den Frost abgebaut wurde. In der Zwischenzeit gibt es allerdings auch Gefahren für diese Arten. Temperaturen über 45°C können den Samen abtöten, was an südexponierten Böschungen leicht erreicht werden kann. Mittels mulchen, Ansaat von Ammengras, Veränderung des Mikroklimas bspw. durch aufrauen des Bodens oder Ausbringung von Erosionsschutzmatten können die Keimbedingungen verbessert werden. Die Auswahl geeigneter Pflanzenarten stabilisiert den Begrünungserfolg erheblich.