Die Stadt Echzell wurde bei der inhaltlichen und formalen Vorbereitung eines Förderantrags nach dem KfW-Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“ umfassend unterstützt. Im Fokus stand die strukturierte Aufbereitung der Antragsunterlagen zur Förderung eines integrierten energetischen Quartierskonzepts, einschließlich der Definition des Untersuchungsgebiets, der Beschreibung der energetischen Ausgangssituation sowie der Ableitung strategischer Handlungsfelder in den Bereichen Wärmeversorgung, Gebäude, Mobilität und Klimaschutz.
Das Projekt verfolgt im Rahmen der Anpassung des hessischen Energiegesetzes das Ziel, Klimaneutralität und eine vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien bis 2045 zu erreichen. Dafür wird in sechs Quartieren der Gemeinde Echzell eine umfassende energetische Bestandsaufnahme durchgeführt – inklusive Gebäudedaten, Heizungsanlagen und Straßenbeleuchtung. Zentrale Werkzeuge sind 3D-Gebäudemodelle als digitale Zwillinge, Vor-Ort-Begehungen und die Zuordnung zu Gebäudetypologien zur Ermittlung von Energiebedarfen und Einsparpotenzialen. Pro Quartier werden Referenzgebäude detailliert analysiert, um Ergebnisse auf ähnliche Gebäude übertragen zu können.
Die Potenzialanalyse umfasst Einsparmöglichkeiten, erneuerbare Energien (Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie) sowie die Prüfung der Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beteiligung der Bevölkerung und die Entwicklung gesellschaftlicher Betriebsmodelle wie Energiegenossenschaften. Ergänzend berücksichtigt das Projekt ökologische Maßnahmen, klimawandelgerechte Anpassungen und nachhaltige Mobilitätsangebote. Ein Monitoringkonzept mit klaren Indikatoren stellt sicher, dass Maßnahmen zielgerichtet umgesetzt und bei Bedarf angepasst werden. Insgesamt soll so eine nachhaltige, energieeffiziente und klimaresiliente Quartiersentwicklung ermöglicht werden.